Die Arbeit mit Leimfarbe ist fĂ¼r Gabriele Glas kein nostalgischer RĂ¼ckgriff, sondern bewusste Entscheidung.
Das Material verlangt Präsenz. Es trocknet verzögert, verzeiht keine Beliebigkeit. Jede Schicht bleibt spĂ¼rbar, nichts lässt sich einfach Ă¼berdecken.
Die Farbe wird aufgetragen, Ă¼berarbeitet, teilweise wieder freigelegt. FrĂ¼here Ebenen verschwinden nicht, sie bleiben als Tiefe erhalten. So entwickelt sich das Bild nicht linear, sondern in Verdichtung.
Die matte, offene Oberfläche reflektiert Licht nicht, sie hält es zurĂ¼ck und lässt Raum entstehen.
Dieser Raum ist kein Hintergrund, sondern Gegenraum – ein stiller, tragender Ort.
Leimfarbe reduziert auf das Wesentliche: Pigment, Wasser, Ă–l und Leim.
Substanz statt Effekt.
Das Material wird zum Mitgestalter – nicht Werkzeug, sondern Widerpart.
In diesem Spannungsfeld entstehen die Werke.